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Schön, dass Sie unsere "Vogel-Seite" besuchen.

Neben den Wetterberichten auf unserer WETTER - CLEVER - Seite sollen hier Erkenntnisse zum Thema WETTER und VOGELZUG dargestellt werden, die Dieter Pohl durch intensive Auswertung von Beobachtungsmaterial, durch eigene Beobachtungen sowie dank langjähriger Kontakte zu Ornithologen aus Mecklenburg Vorpommern gewonnen hat.
Historisch bedingt liegt das Grundlagenmaterial nicht computergerecht vor, so dass diese Seite über längere Zeit ergänzt und aktualisiert wird.
über diese eMail-Adresse können sie mit Dieter in Kontakt treten.
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Einleitende Informationen:
- Ziel aller Untersuchungen war es, Licht in den Zusammenhang Wetter und Vogelaktivität zu bringen, um eventuell mit Hilfe einer Wetterprognose eine Vogelaktivitätsvorhersage zu erreichen .
- Biologische Grundlage war eine über viele Jahre homogene Messreihe von Kleinvogelnetzfängen an der Naturschutzstation Serrahn in Mecklenburg Vorpommern. Die Netzfangergebnisse wurden so bearbeitet, dass letztlich eine biologische Messreihe in Form täglicher Aktivitätszahlen "Zug" oder "Kein Zug" für die Zeit vom 01.09. bis 20.10. der Jahre 1972 - 1980 und vom 27.03. bis 05.05. der Jahre 1972 - 1980 vorlagen.
- Meteorologische Daten wurden den "Täglichen Wetterberichten" des Meteorologischen Dienstes der DDR, die Daten zur "Erdmagnetischen Charakterzahl" den Veröffentlichungen des Heinrich - Hertz - Institutes für Atmosphärenforschung und Geomagnetismus der Akademie der Wissenschaften der DDR (veröentlicht in der Zeitschrift "radio fernsehen elektronik") entnommen
- Arbeitsmethoden wurden unter Berücksichtigung der in der biogeophysikalischen Literatur diskutierten Wirkungsfaktoren aus der Praxis der Medizinmeteorologie auf unsere Belange übertragen.
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Zugaktivitäten
Aus dem Verlauf der mittleren Zugaktivitätszahlen und ihres mittleren Trends ist der phänologische, schubweise Ablauf der Zugaktivität der Vögel ersichtlich.
Auffällig ist die kalendermäßige übereinstimmung der Maxima und Minima der Mittelwerte der Zugaktivitätszahlen mit dem Witterungsregelablauf ("Singularitäten"). Singularitäten als kalendergebundene Witterungsregelfälle sind häufig mit Bauernwetterregeln belegt und stellen einen Teil der über lange Zeiträume wirkenden mittleren exogenen Faktoren des Vogelzuges dar.
Der mittlere Aktivitätsverlauf - Zugklimatologie im Frühjahr
(dargestellt am neunjährigen Mittelwert der täglichen Zugaktivitätszahlen und seinem fünftägig geglätteten Mittel)

Der mittlere Aktivitätsverlauf - Zugklimatologie im Herbst
(dargestellt am neunjährigen Mittelwert der täglichen Zugaktivitätszahlen und seinem fünftägig geglätteten Mittel)

Auswertebeispiele: Wetter vs. Zugaktivitäten
Die Vorzeichen aus der Differenz der aktuellen Zugaktivitätszahl und ihrem mittleren Trendwert wurden ausgewählten Wetterparametern zur statistischen Auszählung gegenübergestellt. Positive Abweichungen wurden als " Zug " und negative Abweichungen als "Nichtzug" (Stau, Stop) gewertet. So wurde dem sich mit dem Datum ändernden Trend der Zugaktivität Rechnung getragen. Die Auswertungen blieben auf diese Weise, entsprechend der historischen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung, problemlos handhabbar und mit Hilfe des Vorzeichentest einfach statistisch prüfbar.
Um die Auswerteergebnisse in ihrer Beziehung zur Signifikanzschwelle vergleichbar darstellen und besser interpretieren zu können, wurden Aktivitätsindizes nach folgender Vorschrift berechnet :
(N+) - (N-) A - Index = ---------------------------- (ZH - (N+)) + (ZH - (N-))
Dabei bedeuten :
| (N+) - |
Anzahl der gezählten "Plus - Aktivität" |
| (N-) - |
Anzahl der gezählten "Minus - Aktivität" |
| ZH - |
Zufallshöchstzahl für die Summe der "Plus-" und "Minusaktivität" |
wobei:
| |Aktivitätsindex| = 1 |
= Zufallsschwelle bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % |
| Aktivitätsindex > 0 |
= überwiegen von "Zug" |
| Aktivitätsindex < 0 |
= überwiegen von "Kein Zug" |
Wetter und Herbstzug

Der Verlauf der Aktivitätsindizes mit den einzelnen Wetterparametern ist plausibel und entspricht der Erfahrung im Sinne: Kleinvogelzug im Herbst wird durch windschwaches freundliches und niederschlagsfreies Wetter begünstigt. Dass Kleinvogelzug an Tagen mit Frühnebel auftritt, ist statistisch gesichert. (Die Signifikanzschwelle A = 1 ist für eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % überschritten). Ein Tag mit Frühnebel ist in der Regel ein Schönwettertag. Das Auftreten von Bodenfrost hat für Zugauslösung bis Mitte Oktober nur geringe Bedeutung und ist eher ein Indikator für eine wolkenlose Nacht und einen nachfolgenden Schönwettertag.
Wettertypen

Wettertypen sind aus dem periodischen und aperiodischen Rhythmus der meteorologischen Elemente von West nach Ost ziehender wechselnder Hoch - und Tiefdruckgebiete abgeleitet. Sie beschreiben vorwiegend das Tageswetter (7:00 bis 19:00), beinhalten aber auch typische nächtliche Wettervorgänge, die sich aus der Entwicklung ergeben. Mit dem System dieser Wetterparameter sind die wärmephysiologischen und lichtgesteuerten Wirkungsfaktoren der Zugaktivität von Vögeln direkt berücksichtigt.
Obwohl die Auswerteergebnisse nicht signifikant sind, ist ihre Verteilung plausibel und entspricht der Erfahrung. Neben den o. g. Zugaktivitäten bei überwiegend Schönwetter gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch Kleinvogelzug bei Regenwetter (z.B. Typ IV und V).

Luftmassenzufuhr und Aktivitätsindex im Herbst
Die in Mitteleuropa eintreffenden Luftmassen haben entsprechend ihren Herkunftsgebieten und ihrer Transportwege unterschiedliche und charakteristische Eigenschaften.
Sie sind mit typischen Aktivitätsmustern des Kleinvogelzuges gekoppelt:

So passt z. B. das Wettererscheinnungsbild bei Zufuhr von Polarluft zu den Modellvorstellungen des Wetterablaufs beim Wettertyp VII und folgerichtig werden für beide Wetterparameter auch negative Aktivitätsindizes ausgewiesen.
Luftmassen aus dem Sektor "West" mit unbeständigem Wetter und aus dem Sektor "Nordwest bis Nord" mit Kaltluftzufuhr hemmen die Vogelaktivität, während bei Warmluftzufuhr aus dem "Südwestsektor" ein signifikant positiver Aktivitätsindex als Indikator für Zugaktivität erreicht wird. Luftmassenzufuhr aus Nordost bis Ost (eventuell solche mit antizyklonaler Prägung) scheinen eher aktivitätsfördernd zu sein.

Großwetterlagen und Aktivitätsindex im Herbst
Großwetterlagen beschreiben auf der Grundlage typischer Luftdruck- und Strömungsverteilungen den charakteristischen Witterungsablauf mehrerer Tage über einem größeren geographischen Gebiet, wie etwa Mitteleuropa. Mit ihnen ist der Transport typischer Luftmassen verbunden. So ist bei der Zuordnung der Großwetterlagen entsprechend ihrer Strömung nahezu ein identisches Bild der Verteilung der Aktivitätsindizes zu ihrer Verteilung bei verschiedenen Luftmassen zu verzeichnen (z. B. Westlagen und Zufuhr von Meeresluft oder Nordlagen und Zufuhr von arktischer Polarluft). Die Nichtübereinstimmung der Aktivitätsindizes bei Nordwestlagen mit positivem Aktivitätsindex einerseits und der Zufuhr von grönländischer Polarluft aus Nordwest mit negativem Aktivitätsindex andererseits weist auf den Einfluss mehr hochdruckmäßig (antizyklonal) oder tiefdruckmäßig (zyklonal) geprägter Wettersituationen hin.


Einfluß der Zyklonalität auf das Zugverhalten im Herbst
Sowohl einzelne Großwetterlagen mit ihren beteiligten Luftmassen als auch die Wettertypen und Einzelparameter des Wetters können in ihrer Wirkung auf die Flugaktivität mehr hochdruckwettermäßig oder mehr tiefdruckwettermäßig ausgeprägt sein.
Wie die Auswertung zeigt, wird die Vogelaktivität erwartungsgemäß bei antizyklonalen Wetterlagen gefördert, während zyklonale Wetterlagen und solche mit wechselnder Zyklonalität die Aktivität eher hemmen (vgl. Diagramm: Zyklonalität und Aktivitätsindex im Herbst). Dieser Mechanismus ist besonders deutlich für Wetterlagen mit Luftmassenzufuhr aus Südost und Nordwest. Während unterschiedliche Zyklonalität für Luftmassenzufuhr und Strömung aus Südwest und West keine Auswirkungen auf die Vogelaktivität zu haben scheinen, wirken größere Zyklonalität bei Nordlagen sichtbar aktivitätshemmend und antizyklonale Übergangslagen aktivitätsfördernd.



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